Leadership

Pferde als Mitarbeiter

 26. Mai 2020

von Maik Wienströer 

Auf den ersten Blick kommt die Frage auf, was private Interessen mit dem Job der Führungskraft zu tun haben?


Bei dem zweiten Blick jedoch offenbart sich mehr: ein Spiegel und ein Trainingspartner.


In der heutigen Führung werden viele Konzepte gelehrt und an vielen Stellen wird dargestellt, wie Führung sein sollte.

Zugleich befindet sich Führung immer weiter in einem grundsätzlichen Umbruch, mit dem noch nicht jeder vollständig umgehen kann.


Was passiert? Die Führungsstile ändern sich ​- die Transformation von hierarchisch zu partnerschaftlich tritt zunehmend ein. Die oft benannten Ursachen sind vielfältig, von Generationen die mehr Sinn suchen bis hin zu dem oft zitierten Fachkräftemangel. Doch egal woran es liegt, klar ​ist:

  • ​Sie ​wollen weiterhin ​ein erfolgreiches Team führen und für Erfolg stehen
  • Sie müssen sich den neuen Herausforderungen stellen und diese meistern, um auch weiterhin attraktive Mitarbeiter zu gewinnen


​Im partnerschaftlichen Führungsstil ​werden häufig der Coachingaspekt, also die Förderung von Mitarbeitern und die Authentizität ​der Führungskraft betont. Ein Stichwort in diesem Bereich ist immer wieder emotionale Intelligenz in Verbindung mit Wirkung.


Auf die Wirkung kommt es an


​Eben jene Wirkung ist es, die nicht wenigen Führungskräften zum Verhängnis wird.

Wirkung ist nicht die Position, sondern das, was die jeweilige Person ausstrahlt. Häufig ist das nicht ​bewusst und nicht selten spielen auch untergründige Prozesse eine Rolle. ​Zugeich ist die Wirkung ​unmittelbar an die Authentizität gekoppelt und entscheidet häufig, ob wir jemanden ernst nehmen, ihm vertrauen oder ihm gar folgen.


In der Zusammenarbeit mit Menschen stoßen wir da immer wieder auf die Herausforderung der Voreingenommenheit: einige Mitarbeiter trauen sich nicht, der Führungskraft unverblümt die Meinung zu sagen, manch Kollege verspricht sich Vorteile, wenn ​die Antwort gefällig ist.


Nur wie ist dieses Dilemma zu lösen und wie kann die Führungskraft ehrliches Feedback zu Ihrer Wirkung erhalten? An dieser Stelle kommt das Pferd hinzu.


Pferde als ehrliche Teampartner


Dazu machen wir zunächst einen kleinen Exkurs in die Pferdewelt und klären, warum Pferde und Mitarbeiter ​stellenweise ähnlich und doch verschieden sind.


In der freien Wildbahn leben Pferde immer in der Herde, jedes Pferd hat dort entsprechende Aufgaben. Einige Pferde bilden die starke Führungsgruppe, andere wiederum sichern die Seiten der Herde um Ausbrüche zu ​verhindern und eine weitere Gruppe treibt die Tiere von hinten an, um weiter zu kommen.


Erkennen Sie bereits Teile von einem Team wieder?

​Auch in einem Team existieren unterschiedliche Rollen, die besetzt werden müssen. Insofern ist es auch eine vergleichbare soziale Herde.


Das Leittier als Führungskraft


Wichtig ist jedoch ​das ​Leittier, denn dieses entspricht der Führungskraft. ​Es muss in der Herde für alle sorgen, muss entscheiden wo Pausen gemacht werden und besonders in Krisen die Richtung vorgeben. Hierzu ist es elementar, dass die gesamte Herde ​ihm vertraut und folgt


Auch diese Analogie wird die erfahrene Führungskraft kennen, denn im Leadership ist es Ihre Aufgabe, diese Rolle einzunehmen. Sie soll nicht alle Entscheidungen treffen, sondern für die Gruppe sorgen und ​bei Bedarf unterstützen.


Was läge also näher, als Mensch und Tier in einer geschützten Umgebung zu Trainingspartnern zu machen?


Mensch und Tier treffen aufeinander...


​Aufgrund des Verhaltens von Mensch und Tier ist die erstmalige Begegnung ein nahezu magischer Moment. Binnen Sekunden scannt das Pferd den Menschen ab und bewertet, ob er Vertrauen ausstrahlt und ​eine leitende Rolle einnehmen kann oder nicht. Steht die Person zusammengesunken vor dem Pferd kann Sie ihm von Titeln und Hierarchien erzählen, das Pferd vertraut seinem Auge und dem Eindruck.


Mehr noch, es passiert etwas, was wir auch im Alltag ​stellenweise erleben: Mitarbeiter empfinden die Führungskraft als nicht kompetent und übergehen Sie!

​Sobald nur die Führungskraft und das Pferd auf der Wiese stehen wird einer führen müssen. Im Zweifel wird das Pferd kein Vertrauen haben und die Rolle übernehmen. ​Die Führungskraft kann schreien, es beschwichtigen, ihm drohen, es wird nicht folgen.


Auf feine Nuancen kommt es an


Genau so geschieht es mit Worten. Pferde hören sehr feine Nuancen in der Stimme. Ist es Unsicherheit? Ist es Stärke? Auch auf der Basis fällt das Pferd gnadenlos ein Urteil für die Situation und wird entweder führen oder sich führen lassen. ​


Jede Begegnung kann wiederholt werden, das Pferd schätzt jede Situation neu ein. Die Führungskraft kann sich dadurch in einem geschützten Rahmen erproben​, kann neue Verhaltensweisen testen und das eigene Gefühl dazu wahrnehmen.

​Zugleich bleibt das Pferd ein harter Richter​, dadurch ​erhält die Führungskraft ​in jedem Moment ein ehrliches Feedback.


​Nehmen Sie die Chance wahr und holen sich ein unverblümtes tierisches Feedback, um selbst zu wachsen und sich zu erproben. 


​Lassen Sie mich mit den Worten von Antoine de Pluvinel schließen, die sowohl für Pferde als auch für wertvolle Mitarbeiter gelten:

"Auf ein Pferd, das aus Angst gehorcht, ist kein Verlass. Es wird immer etwas geben, vor dem es sich mehr fürchtet, als vor dem Reiter. Wenn es aber seinem Reiter vertraut, wird es ihn fragen, was es tun soll, wenn es sich fürchtet."


​Maik Wienströer

Ihr Leadership Guide


​"Fair oder gar nicht."

Die Führung von morgen basiert auf Fairness, Wertschätzung ​und ​Motivation. Ich unterstütze ​Führungskräfte und Ihr Team ​mit Coaching, Beratung ​und Teambuilding Maßnahmen auf dem Weg zu gemeinsamen Höchstleistungen.

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