Leadership

Diese 10 Soft Skills sollten Sie als Führungskraft unbedingt kennen.

 5. April 2020

von Maik Wienströer 

Soft Skills sind Themen, über die häufig gesprochen wird und die jeder haben sollte. Zugleich ist der Nachweis jedoch schwierig und sie zeigen sich nur indirekt durch den alltäglichen Umgang mit dem Team.

In der heutigen Zeit gibt es dennoch einige Soft Skills, die Führungskräfte sich in jedem Fall aneignen sollten:

​1

​Empathie

Menschen wollen verstanden werden. Da jeder Mensch anders funktioniert und dadurch auch andere Ansprüche stellt, ist Führung variabel. Es bedarf einer Empathie, diese zu erspüren und miteinander auf Augenhöhe zu kommunizieren. Nur so kann Führung adaptiert werden.

​2

​Wertschätzung

Menschen verbringen einen großen Teil ihres Tages im Job. Wenn es mal zu Überstunden kommt, ist es möglich, dass der Beruf mehr Tageszeit in Anspruch nimmt als das Privatleben. Zugleich möchten Menschen während dieser Zeit Feedback und damit auch Wertschätzung erleben.

Viele verbinden Wertschätzung stets mit Lob, jedoch ist auch wohlgemeinte Kritik Wertschätzung. Es bedeutet sich Zeit für ein Feedback zu nehmen, aus dem die andere Person etwas lernen kann und für sich einschätzen kann, welche Stärken und Herausforderungen sie hat.

Zugleich nutzt sich Wertschätzung ab und muss besonders bleiben. Wer für jeden Handschlag ewiges Lob erfährt, wird es schnell nicht mehr ernst nehmen können.

​Somit ist Wertschätzung stets eine Gratwanderung, die jede Führungskraft mit ihrem Team individuell ausarbeiten muss.

​3

​Ehrlichkeit

Wir kommunizieren, immer. Wenn der Mitarbeiter fragt, wie ein Projekt derzeit läuft, hilft kein „Perfekt!“, wenn dem nicht so ist. 

Ehrlichkeit bedeutet authentisch zu sagen, was Sache ist.

Denn wir alle haben einen Eindruck von Menschen und ihren Gefühlen, welcher durch Fragen auf Basis der Wahrnehmung geprüft und angepasst, sozusagen justiert wird.

Jemand, der nahbar und ehrlich ist, wird dies auch in anderen Situationen sein. So weiß jeder, woran er ist und das gibt Sicherheit. Zudem ist es ein wichtiger Baustein der Authentizität.

​4

​Fairness

Führungskräfte sind immer für alle Mitarbeiter gleichermaßen verantwortlich.

Eine der größten Gefahren besteht darin, nur wenigen Personen Vorteile zu versprechen, die zugleich geheim gehalten werden sollen. Das ist der erste Schritt zu einer Bombe, die sobald es irgendwie herauskommt, platzen wird. Nicht selten ist die Demotivation der anderen Teammitglieder die Folge. 

Gemeinsam mit dem Punkt der Ehrlichkeit muss jedem Mitglied transparent und fair klar gemacht werden, warum es welche Unterschiede gibt. Sei es in individuellen Freiheiten, wie etwa Homeoffice Anteilen oder auch bei beruflichen Stufen.

Zugleich muss die Führungskraft allen Mitarbeitern die gleichen Chancen einräumen. Gleichbehandlung sollte nicht länger diskutiert werden müssen, sondern muss selbstverständlich werden!

​5

​Coaching-Anteile

Viele Führungskräfte sagen ihren Mitarbeitern, was ihnen an Wissen / Fähigkeiten fehlt und was sie lernen oder machen sollen.

Zugleich erleben viele Führungskräfte dort eine frustrierende Grenze, denn der Mitarbeiter ​verhält sich auch zukünftig nicht immer so, wie die ihm geraten wurde.

Das liegt daran, dass dieser gutgemeinte Rat oder die Lösung immer aus der persönlichen Sicht der Führungskraft resultiert und auf eigenen Erfahrungen basiert.

Die so gegebenen Tipps können natürlich zum Mitarbeiter passen, sie können jedoch zugleich bevormundend wirken und gänzlich falsch sein.

Coaching ist dort der Weg der Wahl, auf dem Führungskräfte ihre Mitarbeiter individuell begleiten und darauf vertrauen, dass die Antwort auf die Herausforderung des Mitarbeiters bereits in ihm vorhanden ist.

Der Prozess ist oft langwieriger und auch stellenweise frustrierend, wenn sich keine schnelle Lösung abzeichnet. Zugleich ist Coaching ein Weg, Veränderungen in Einklang mit dem Mitarbeiter nachhaltig und langfristig zu erwirken. 

Im Sinne des Teams stellt das die Königsklasse dar. Daher gehört eine Coaching Grundausbildung heute in den Methodenkoffer moderner Führungskräfte.

​6

​Inspiration

Die Führungskraft ist immer der Leitwolf im Rudel. Mit diesem Sinnbild können sich viele zunächst identifizieren, zugleich ist es jedoch bei genauerer Betrachtung mit vielen Pflichten verbunden.

Die Mitarbeiter schauen, was und vor allem wie es der Leitwolf tut. Doch wie und wozu soll die Führungskraft nun inspirieren? Das primäre Ziel ist es, zu einer Mission und zu Höchstleistungen zu inspirieren sowie zu motivieren.

Die Unternehmensberatung Bain & Company fasst die wesentlichen vier Themenfelder zusammen:

Innere Ressourcen

Die Führungskraft selbst muss stresstolerant sein, optimistisch und gut im Umgang mit sich selbst.

​Die Verbindung zu anderen

​Die Führungskraft muss Energie einbringen, besonders für den Umgang mit anderen. Die Schwerpunkte liegen in den Bereichen Empathie, Zuhören und zugleich Menschen zu Wachstum anzuregen.

​Das Team führen

​Es wird eine Vision erwartet, zu der alle hinstreben. Auch geht es um Co-Creation, also das gemeinsame Ausarbeiten von Inhalten bis hin zur Unterstützung des Teams.

​Der Ton macht die Musik

​Einer der Kernpunkte ist Verantwortung, sowohl im Team als auch als Führungskraft. Auch Führungskräfte machen Fehler, Größe bedeutet zu eben diesen zu stehen.

Als Führungskraft sind zudem die Offenheit sowie die Uneigennützigkeit wichtig, denn das Team möchte nicht ausgenutzt, sondern entwickelt werden.

Es fällt auf, dass die Inspiration häufig aus der Führungskraft selbst kommt. Inspiration bedeutet daher eine Vorbildfunktion einzunehmen und zugleich mit sich selbst gut umzugehen.

Daher ist Inspiration auch ein Gewinn für Mitarbeiter und Führungskraft.

​7

​Kreativität

Kreativität als Attribut war lange in der Führungslaufbahn verpönt. Doch heute verändert sich die Welt schneller denn je, so dass bekannte Lösungen zunehmend weniger funktionieren.

Genau dort setzt die Führungskraft ihre Kreativität ein, um Herausforderungen mit neuem Denken und „outside the box“ zu lösen.

Auch dort, wo Unternehmens- und Mitarbeiterinteressen aufeinandertreffen, ist zunehmend Kreativität gefordert. Mitarbeiter möchten ihr Leben berechtigterweise nicht der Firma unterordnen und selbige Geisteshaltung vertritt die Firma mit ihren Zielen.

Hier gilt es einen Ausgleich zu schaffen und kreativ gemeinsame Lösungen zu erarbeiten. Durch die Nutzung der Kreativität erleben Mitarbeiter Wertschätzung und zugleich sind gemeinsame Kompromisse möglich.

Somit ist Kreativität im Alltag der Führungskraft ein elementarer Baustein.

​8

​Offenheit

Auch diese Eigenschaft war lange verpönt. Eine Führungskraft hat häufig kontrolliert und getadelt, war jedoch zugleich unnahbar. 

Probleme mit den Kindern? Oder eine undichte Wasserleitung? Das jedoch wurde höchstens im Führungskreis angesprochen, keinesfalls gegenüber dem Mitarbeiter. 

In der neuen Art der Führung ist die Offenheit gegenüber Mitarbeitern jedoch ein Zeichen von Vertrauen und Augenhöhe. Denn wer kennt es nicht, wenn nur einer erzählt und ausgefragt wird, bleibt oft ein Nachgeschmack zurück.

Auch wenn es zunächst ungewohnt erscheint, bedeutet Augenhöhe auch offen miteinander umzugehen.

Aufgrund der Offenheit auf beiden Seiten entstehen Vertrauen und eine familiäre Atmosphäre, die wiederum wichtig ist, um individuell fordern sowie fördern zu können.

​9

​Transparenz

Transparenz tritt oft mit der Eigenschaft Fairness auf. Transparenz heißt, besonders im Team Entscheidungen offenzulegen. Es gilt, im Team eine Atmosphäre des Vertrauens zu schaffen.

Insbesondere wenn eine Person besondere Regelungen, etwa Freiräume für die Pflege naher Angehöriger oder aufgrund anderer Hintergründe benötigt. In solchen Fällen ist es wichtig, dies im Team transparent darzustellen.

Sollte dies nicht der Fall sein, beobachtet das Team häufig die geänderten Regeln für eine Person und reimt sich Mythen zusammen, warum dies so sein könnte. 

Oftmals spielen in dieser Mythenbildung Themen wie Neid und das Gefühl von eigener Benachteiligung eine Rolle, so dass die entstehenden Ergebnisse nicht selten das Team schädigen oder einzelne Personen ausschließen.

Aus dem Grund ist es für die Führungskraft wichtig, Entscheidungen nicht nur zu treffen, sondern auch transparent gegenüber dem Team darzustellen.

​10

​Zusammenhalt

Eine Führungskraft ist sinnbildlich gesprochen oft der Häuptling eines Stammes von Indianern. In diesem Kontext kommt die Frage auf, was der Häuptling ohne Stamm ist? Die Antwort darauf wäre wohl „Ziemlich machtlos“.

Und genau daher sollten sowohl Stamm als auch Häuptling zusammenhalten und sich gegenseitig stützen. In Firmenumgebungen wird dies häufig in Krisenmomenten deutlich.

Sobald etwas danebengeht wird in vielen Unternehmen häufig nicht an der Lösung gearbeitet, sondern zunächst ein Schuldiger gesucht. Nun liegt es an der Führungskraft, bei einem Fehler eventuelle Kritik einzustecken und sich vor das Team zu stellen.

Eine sehr schlechte Praxis ist es, den Kollegen, dem der Fehler passiert ist, zu benennen und auf ihn zu zeigen. Dadurch verlieren Mitarbeiter Vertrauen in die Führungskraft und die Fehlerkultur ist stark beschädigt.

Wenngleich dies nicht bedeutet, dass die Führungskraft später hinter geschlossener Tür nicht Kritik üben kann und auch sollte. 

Die Kritik wiederum ist ein Zeichen von Offenheit und auch zugleich Ehrlichkeit, denn diese ist auch in weniger schönen Momenten wichtig. Jedoch erwarten Mitarbeiter, dass der Häuptling sich vor den Stamm stellt und bieten dafür zugleich vollkommene Loyalität.

​Die zehn Soft Skills sind kleine Bausteine in einem großen Mosaik. Zugleich stellen sie die derzeit am häufigsten nachgefragten Fähigkeiten dar, die es für eine neue Führung bedarf.

​Maik Wienströer

Ihr Leadership Guide


​"Fair oder gar nicht."

Die Führung von morgen basiert auf Fairness, Wertschätzung ​und ​Motivation. Ich unterstütze ​Führungskräfte und Ihr Team ​mit Coaching, Beratung ​und Teambuilding Maßnahmen auf dem Weg zu gemeinsamen Höchstleistungen.

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